Aktivität 4 - Diese Quelle ist unzuverlässig!

Die Suche nach verlässlichen Quellen oder die Bewertung von Quellen, auf die man stößt, ist in Zeiten von Native Advertising, unaufhörlichem Bloggen und Fake-News-Propaganda immer schwieriger geworden (Agarwal & Bandeli, 2017; Zimdars & McLeod , 2020). Die Informationsflut und die Unfähigkeit herkömmlicher Institutionen und Unternehmen, die Verbreitung ungeprüfter Theorien zu regulieren, hat uns alle unfähig gemacht, in verschiedenen Aspekten unseres Lebens fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Universität von Arkansas ermutigt die Studierenden, sich jedes Mal zu fragen, wer, was, wann, wo, warum und wie, wenn sie auf eine Quelle stoßen, die für ihre Forschung nützlich sein könnte. KI-generierte Bilder und andere Inhalte können eine gründliche Recherche (mit Tools wie Reverse/Bild-Google-Suche) umso wichtiger machen (siehe Artikel in The Guardian, 23.3.2017 von Elena Cresci).


Warum Menschen auf Fehlinformationen hereinfallen - Joseph Isaac:



5 Wege, um Fake News zu erkennen:


Beschreibung
Förderung der Fähigkeit der Lernenden, zu beurteilen, ob eine Quelle zuverlässige Berichte, Fakten und fundierte Argumente enthält, indem sie sprachliche und außersprachliche Hinweise erkennen.
Lernergebnisse
Nach Abschluss dieser Aktivität werden die Lernenden: 
  • Visuelle und sprachliche Elemente in Medieninhalten zu erkennen
  • Analyse von Medienquellen, Identifizierung von Mustern und Verzerrungen in visuellen und sprachlichen Hinweisen.
  • Entwickeln Sie eine skeptische Haltung gegenüber Medieninhalten und hinterfragen Sie Informationen, bevor Sie sie als wahr akzeptieren.

Für die Umsetzung benötigte Materialien
  • Zeitungen oder digitale Collagenwerkzeuge
  • Projektor
  • Haftnotizen/Notizbücher
  • Stift
  • Leinwand/Karton
  • Mobiltelefone
  • Laptop/Desktop

Erforderliche Zeit
90 Minuten
Minimale / maximale Gruppengröße
Idealerweise 6+ Lernende
Ebene
Anfänger (keine Vorkenntnisse erforderlich)
Einführung
Erklären Sie die Übung und stellen Sie ihnen 5 Möglichkeiten vor, wie sie Fake News erkennen können. 

10 min.
Beschreibung der Tätigkeit
1. Die Lernenden werden zunächst gebeten, sich ein paar Sendungen, Zeitungen oder Online-Quellen auszudenken, die sie häufig nutzen oder von denen sie hören. Der Trainer/ die Trainerin könnte einige davon vorschlagen, um die Aktivität einzuleiten. 

2. Nach dem Besuch einiger dieser Seiten, vorzugsweise unter Verwendung eines Screen-Sharing-Tools oder eines Projektors, macht der Trainer/ die Trainerin die Lernenden auf visuelle und sprachliche Elemente aufmerksam, und es folgt eine Diskussion über deren Häufigkeit oder Fehlen. Die Lernenden werden auch ermutigt, in ihren Social Media Feeds nach "Fun Fact"-, Wissenschafts- oder Nachrichtenbeiträgen zu suchen. Durch das Sammeln von Bildern, Schlagzeilen und Sätzen, die aus dem Kontext gerissen werden (z. B. durch das Erstellen einer digitalen Collage), kann der Trainer/ die Trainerin die Lernenden dazu anregen, darüber nachzudenken, wie ein schneller Blick oder ein instinktiver Klick auf solche Stimuli die eigene Wahrnehmung prägen und sie dazu bringen kann, den Teil der Faktenüberprüfung des Informationsprozesses zu überspringen. Darüber hinaus werden die Lernenden aufgefordert, visuelle von sprachlichen Hinweisen zu unterscheiden und zu erklären, welche davon in welchen Situationen wirkungsvoller sind.

3. Der letzte Schritt besteht darin, diese Lektionen auf eine Art "abschreckendes Beispiel" anzuwenden: Die Lernenden bekommen seriöse Nachrichten präsentiert und versuchen dann, sie entsprechend den verschiedenen Interessen oder Weltanschauungen zu verdrehen. Beispiele für Aufforderungen wären:

-Wie würde eine extrem religiöse Person diesen Artikel verdrehen?
-Wie würde jemand mit Industrieinteressen dieses Stück nutzen, um Profit zu machen?
-Wer würde noch mehr in diese Nachricht hineininterpretieren und welche Befürchtungen hätten sie?

Anhand solcher Aufforderungen können die Lernenden ihren eigenen Beitrag über bösartige oder unwissende Fehlinformationen verfassen und dabei die visuellen und sprachlichen Hinweise einstreuen, die sie in den ersten Schritten gefunden haben. So können sie miterleben, wie eine Fehlinformation entsteht, und den analytischen Prozess umkehren, um ein tieferes Verständnis dafür zu erlangen.

60 Minuten.
Nachbesprechung
In der Nachbesprechung wird der Trainer/ die Trainerin die Lernenden ermutigen, ihre Erfahrungen bei der Erkennung von manipulativen Techniken und der Erstellung von Fehlinformationen, die verschiedene Standpunkte widerspiegeln, zu teilen. Die Diskussionen werden sich mit den Herausforderungen befassen, mit denen sie konfrontiert wurden, und mit dem gewonnenen Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Informationskonsum. 

10 min.
Anpassung an den Online-Modus
Keine Änderungen erforderlich.
Weitere Ressourcen
  • Andrejevic M. Die politische Funktion von Fake News: Desorganisierte Propaganda in der Ära der automatisierten Medien. In Fake News: Understanding Media and Misinformation in the Digital Age. Herausgegeben von Melissa Zimdars und Kembrew McLeod. Cambridge, Massachusetts : The MIT Press, 2020.
  • Hinsley A. & Holton A. (2021). Fake News Cues: Examining the Impact of Content, Source, and Typology of News Cues on People's Confidence in Identifying Mis- and Disinformation. Internationale Zeitschrift für Kommunikation 15, 4984-5003

Referenzen


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