Aktivität 3 - Der Weg zu Informationsblasen

Wie van Prooijen und Douglas (2017) betont haben, gibt es einen Weg zu Verschwörungstheorien, der mit einem traumatischen Ereignis oder einer Zeit oder Krise beginnen kann. Ein Gefühl der Unsicherheit unter den Schwächsten der Gesellschaft in Zeiten des raschen Wandels ist auch eine recht vernünftige Reaktion, die dennoch zu einigen sehr unvernünftigen Überzeugungen führen kann. 


Warum wir alle von Verschwörungstheorien angezogen werden: 

Beschreibung
Den Lernenden eine Vorstellung von ihren eigenen Glaubenssystemen zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass praktisch niemand gegen Fehlinformationen gefeit ist.
Lernergebnisse
Nach Abschluss dieser Aktivität werden die Lernenden: 
  • ein Bewusstsein für algorithmische Verzerrungen in Suchmaschinen und Inhaltsplattformen zu entwickeln und zu verstehen, wie Suchergebnisse durch demografische Merkmale, Überzeugungen und Online-Zugehörigkeiten beeinflusst werden können.
  • digitale Kompetenzen zu entwickeln, indem sie Suchmaschinen und Inhaltsplattformen effektiv nutzen, um Informationen zu finden.
  • die Authentizität und Glaubwürdigkeit von Online-Inhalten zu hinterfragen und ihre Fähigkeiten zu verbessern, zuverlässige Informationen von Fehlinformationen und parteiischen Quellen zu unterscheiden.

Für die Umsetzung benötigte Materialien
  • Mobiltelefone
  • Laptop/Desktop
  • Stift
  • Handout
  • Digitale Visualisierungswerkzeuge (MS Paint oder fortgeschrittener).
  • Google - Bing - YouTube

Erforderliche Zeit
45 Minuten
Minimale / maximale Gruppengröße
Idealerweise 6+ Lernende
Ebene
Anfänger (keine Vorkenntnisse erforderlich)
Einführung
Erläutern Sie die Aktivität und erklären Sie, warum wir dazu neigen, uns von Verschwörungstheorien angezogen zu fühlen
10 min.
Beschreibung der Tätigkeit
1. Die Lernenden werden zunächst aufgefordert, einige Suchmaschinen und Inhaltsplattformen zu nutzen, indem sie nach den vom Trainer/ der Trainerin vorgegebenen Stichwörtern suchen. Einige Beispiele können "Skandal", "Newsbomb", "Fakt", "dringend" oder ähnliche Begriffe sein. Sie werden ermutigt, dieselbe Suche mit verschiedenen Konten und verschiedenen Suchmaschinen zu versuchen und dieselben Wörter im "privaten Modus" oder im ausgeloggten Zustand zu suchen. 

2. Sie diskutieren die Ergebnisse, ob sie sich unterscheiden oder in der gleichen Reihenfolge sind, und werden aufgefordert, über frühere Suchanfragen oder allgemeine Überzeugungen nachzudenken, die zu ihren spezifischen Ergebnissen geführt haben könnten. Wenn Anzeigen auftauchen, bewerten sie auch, worum es sich dabei handelt und warum sie auf ihrem Bildschirm erscheinen (z. B. demografische Merkmale, Glaubenssysteme, Gruppen, denen sie online beigetreten sind usw.).

3. Anschließend visualisieren sie digital oder auf Papier die Wege, die sie entdeckt haben: von Überzeugungen, Eigenschaften oder Zugehörigkeiten zu Anzeigen, von dort zu Nachrichten und von dort zur potenziellen Bildung einer extremen Überzeugung und der Gruppe oder verwandter Überzeugungen.

30 min.
Nachbesprechung
In der Nachbesprechung tauschen die Lernenden ihre Beobachtungen darüber aus, wie sich die Suchergebnisse aufgrund von Schlüsselwörtern, persönlichen Überzeugungen und Online-Zugehörigkeiten unterscheiden. Die Sitzung konzentriert sich auf die Erkenntnisse der Lernenden über algorithmische Verzerrungen und die Bildung von Filterblasen sowie die Browserunterschiede. Der Trainer/ die Trainerin ermutigt die Lernenden, ihre Gedanken über die Auswirkungen von personalisierten Inhalten auf ihre Sichtweise zu äußern und darüber, wie diese Algorithmen bestehende Überzeugungen verstärken könnten.
10 min.
Anpassung an den Online-Modus
Keine Änderung erforderlich.
Weitere Ressourcen
Bowman N. D. & Cohen E. Mental Shortcuts, Emotion, and Social Rewards: Die Herausforderungen bei der Erkennung und Bekämpfung von Fake News. In Fake News: Understanding Media and Misinformation in the Digital Age. Herausgegeben von Melissa Zimdars und Kembrew McLeod. Cambridge, Massachusetts : The MIT Press, 2020.
Referenzen
Van Prooijen, J. W., & Douglas, K. M. (2017). Verschwörungstheorien als Teil der Geschichte: The role of societal crisis situations. Memory Studies, 10(3), 323-333.
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